Berufsfeldmonitor Gesundheit

Gesundheitssektor: Wachstum und Herausforderungen

Das Wachstum des Gesundheitswesens ist bedingt durch unterschiedliche Faktoren und Entwicklungen, wie die Verbesserung der medizinischen Leistungen, wachsendes Qualitätsbewusstsein, steigende PatientInnenansprüche, demografische Entwicklung, Veränderung der Altersstruktur und steigender Bedarf an Pflege- und Betreuungseinrichtungen und Hauskrankenpflege. Andererseits stellen kontinuierlich steigende Gesundheitsausgaben, Kostendruck und die Notwendigkeit von Effizienzoptimierung sowie Aspekte der Qualitätssicherung Herausforderungen im Gesundheitswesen dar.

Akademisches Bildungsangebot wächst

Im Berufsfeld hält der Trend in Richtung Akademisierung und Höherqualifizierung weiterhin an: Die Ausbildungen für Fachkräfte für gehobene medizinisch- technische Dienste (MTD) – Biomedizinische Analytik, Diätologie, Ergotherapie, Logopädie, Orthoptik, Physiotherapie, Radiologietechnologie – und für Hebammen wurden bereits von Akademien auf Fachhochschulniveau gehoben. Seit dem Wintersemester 2009 ist es auch möglich Gesundheits- und Krankenpflege an FHs zu studieren. Damit wird der jahrelangen Forderung nach der Akademisierung der Pflege Rechnung getragen. Außerdem bestätigt das wachsende und sich gleichzeitig differenzierende Ausbildungsangebot im Bereich Management des Gesundheitswesens diese Entwicklung.

Kompetenzschwerpunkte variieren je nach beruflicher Ausrichtung

Charakteristisch für viele Gesundheitsberufe ist die gesetzliche Regelung von Tätigkeitsbereichen und Berufsbezeichnungen. Fachliche Qualifikationen werden entsprechend den Vorgaben des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuK) vermittelt. Während für Berufe im Bereich Therapie und Rehabilitation der Umgang mit PatientInnen ein hohes Maß an Sozialkompetenz, Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit erfordert, sind im Bereich Diagnose technisch-analytische Fähigkeiten von besonderer Wichtigkeit, und im Bereich des Gesundheitsmanagements Führungs-, Koordinations- und Nahtstellenkompetenzen.

Schnittstellenbereiche eröffnen neue Chancen

Öffentliche Gesundheitseinrichtungen sind die wichtigsten Arbeitgeber für zukünftige AbsolventInnen, aber auch der private Gesundheitssektor sowie die Schnittstellenbereiche Gesundheit, Schönheitspflege, Wellness und Sport gewinnen an Bedeutung. Die Arbeitsmarktsituation im öffentlichen Bereich ist abhängig von der Verteilung und Struktur der öffentlichen Mittel. Bereitschaft zu Mobilität und Flexibilität können die Arbeitsmarktchancen entscheidend erhöhen. Potenzielle Arbeitgeber sind im Allgemeinen Gesundheits-, Pflege- und Sozialeinrichtungen wie z. B. Krankenhäuser, Sanatorien, Ambulatorien, Kur- und Heilanstalten, Arztpraxen, Rehabilitationszentren, Privatlaboratorien, Universitätskliniken und -institute, Lehr-, Forschungs- und Entwicklungsinstitutionen, Pflegeeinrichtungen und -anbieter, Senioren- und Pflegeheime oder sozialpädagogische Einrichtungen.